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Neue Lebensperspektive

Privatpersonen, Stimmen

Frau I. C., 45 Jahre alt, verheiratet, zwei Stiefkinder. Sie kam zu mir, weil sie Depressionen hatte. Als Ursache sah sie ihre Unzufriedenheit mit ihrer aktuellen Lebenssituation. Den Rollenwechsel von der „Nur-Hausfrau und -Mutter“ wollte sie im geschützten Rahmen einer Psychotherapie planen und vorbereiten.

 

Wie geht es Ihnen heute im Vergleich zu der Zeit, in der Sie bei mir in Behandlung waren?

Mir geht es gut. Ich habe Motivation für alles, bin gelassener und selbstsicherer. Ich habe meine Meisterprüfung beendet und habe meinen ersten Lehrling ausgebildet, der jetzt zu einer ganz renommierten Firma wechselt.

 

Was hat Sie damals veranlasst mich aufzusuchen?

Wir haben uns ja beim AK-Kurs kennen gelernt. Da habe ich noch nicht gewusst, dass ich eigentlich eine Einzeltherapie brauche. Ich bin dann im Kurs darauf gekommen, dass ich mir meine Lebensgeschichte anschauen muss, um meine Ziele zu finden. Meine Kindheit und Jugend waren nicht in Ordnung. Die Patchwork-Familie hat mich unsicher gemacht und ich hatte wenig Unterstützung von meinem Mann.

 

Was sind aus heutiger Sicht die wichtigsten Erfahrungen, die Sie in der Therapie gemacht haben?

Die eigenen Gedanken ordnen und zu sehen, dass ich nicht so anders bin als die anderen.

 

Was hat Ihnen am meisten geholfen?

Die Gespräche selber, die Beispiele, die Rollenspiele. Ich habe meinen Mann besser verstanden.

 

Haben Sie in der Therapie etwas erlebt, was für Sie unangenehm oder störend war?

Nichts war unangenehm. Ich hatte Zeit, wenn ich geweint habe.

 

Wie wenden Sie das, was Sie in der Therapie erfahren haben, im Alltag an?

Ich denke erst nach, was ich will und bin nicht mehr so impulsiv. Dadurch gibt es weniger Streit, das Familienklima hat sich entspannt und ich erreiche mehr bei meinem Mann.

 

Wie beurteilen Sie unsere Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit war gut.

 

Hat Ihre Umgebung Kommentare abgegeben, dass Sie sich positiv oder negativ verändert haben?

Ja, die Tochter meines Mannes. Sie hat gesagt, dass es angenehmer mit mir ist. Mein Mann hat zugestanden, dass er sich nicht immer ganz richtig verhalten hat.

 

Was haben Sie in der Therapie vermisst?

Ich bin nicht auf einer Couch gelegen, das hat mich sehr überrascht. Es war wie in einem gemütlichen Wohnzimmer.

 

War der Zeitpunkt der Beendigung richtig?

Ja, das hat gepasst.

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Berndt Kühnel
Dipl.-Soz.-Päd. (FH), Psychotherapeut,
Supervisor

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