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Herr K. N., 35 Jahre alt, verheiratet, ein Kind. Er arbeitet als leitender Angestellter in einem großen Betrieb. Wegen Burnout, das sich in Form von Müdigkeit, Antriebslosigkeit, mangelnder Konzentration zeigte, ging er zum Arzt. Dieser behandelte ihn mit stimmungsaufhellenden Medikamenten, verordnete eine Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion und empfahl eine Psychotherapie.

 

Wie geht es Ihnen heute im Vergleich zu der Zeit, in der Sie bei mir in Behandlung waren?

Es geht mir viel besser. Auf einer Skala von 0 bis 10 bin ich bei 8.

 

Was hat Sie damals veranlasst mich aufzusuchen?

Meine Schwester war einige Monate zuvor verstorben. Lustlosigkeit. Ich war nicht motiviert. Alles lief schief. Es machte mir keinen Spaß. Unser unerfüllter Kinderwunsch.

 

Was sind aus heutiger Sicht die wichtigsten Erfahrungen, die Sie in der Therapie gemacht haben?

Die Rollenspiele haben mir geholfen. Da ist mir sehr viel klar geworden. Ich habe gelernt, mich besser in meine Frau einzufühlen, ihr aber auch meine eigenen Bedürfnisse klarer mitzuteilen.

 

Was hat Ihnen am meisten geholfen?

Die Konfrontation durch eine neutrale Person, Ihre Ehrlichkeit .

 

Haben Sie in der Therapie etwas erlebt, was für Sie unangenehm oder störend war?

Das Rollenspiel, in dem ich im Rollentausch meiner verstorbenen Schwester begegnet bin, war erst belastend, tat aber gut. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass ich das mit meiner Schwester nicht besprechen konnte.

 

Wie wenden Sie das, was Sie in der Therapie erfahren haben, im Alltag an?

Ich beziehe mehr Position als früher gegenüber meiner Frau, sage nicht mehr zu allem Ja und Amen. Wir reden intensiver miteinander.

 

Wie beurteilen Sie unsere Zusammenarbeit?

Die war gut.

 

Hat Ihre Umgebung Kommentare abgegeben, dass Sie sich positiv oder negativ verändert haben?

Ja. In der Arbeit haben die Kollegen gesagt, dass ich freundlicher bin.

 

Was haben Sie in der Therapie vermisst?

Manchmal habe ich nicht verstanden, dass wir uns so wenig mit meiner verstorbenen Schwester beschäftigt haben.

 

War der Zeitpunkt der Beendigung richtig?

Eventuell wäre es gut gewesen, wenn wir uns noch weiter getroffen hätten, aber in weiter auseinander liegenden Abständen.

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Berndt Kühnel
Dipl.-Soz.-Päd. (FH), Psychotherapeut,
Supervisor

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