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Zwangsstörungen

Zwangsstörungen

Sorgen, Zweifel und abergläubische Überzeugungen sind ein Teil unseres normalen Alltags. Wenn sie jedoch übermäßig werden – beispielsweise stundenlanges oder ständig wiederholtes Händewaschen – oder keinen Sinn machen – beispielsweise immer wieder ein Zimmer betreten, um zu überprüfen, dass die Fenster geschlossen und das Licht abgeschaltet ist – handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Zwangsstörung. Obwohl die von einer Zwangsstörung betroffenen Menschen wissen, dass ihre Handlungen unlogisch sind, müssen sie sie dennoch durchführen.

 

Zwangsgedanken

Die Betroffenen haben ungewollte Ideen oder Impulse, die immer wieder auftreten und so unangenehm sind, dass sie Angst, Nervosität oder Ekel auslösen. Diese Zwangsgedanken können unterschiedlichste Inhalte haben. Häufig treten Befürchtungen auf, in irgendeiner Art die Kontrolle zu verlieren oder sich verschmutzt oder gar verseucht zu haben. Auch religiöse Themen und Gedanken um Sexualität und partnerschaftliche Liebe werden häufig zu Zwangsgedanken. Darüber hinaus kann fast jeder Gedanke, fast jedes Thema, Inhalt eines Zwangs werden.

 

Zwangshandlungen

Wegen der starken, unangenehmen Gefühle und Befürchtungen, die von den Zwangsgedanken ausgelöst werden, kommt meist das dringende Bedürfnis hinzu, etwas zu tun, um das unangenehme Gefühl respektive die Befürchtungen und Sorgen zu vermindern. Dies kann durch zwanghaftes Denken von „guten“ beziehungsweise „neutralisierenden“ Gedanken geschehen oder aber durch das Durchführen bestimmter, häufig wiederkehrender Verhaltensweisen, den so genannten Zwangshandlungen. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen erlebt Zwangsgedanken in Kombination mit Zwangshandlungen, die nur sehr schwierig ohne Hilfe von außen zu überwinden sind.

LOOP – Praxis für
Lösungsorientiertes
Psychodrama

Waldfriedgasse 4, A-6800 Feldkirch
Schlossgasse 28, A-3423 St. Andrä-Wördern
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Berndt Kühnel
Dipl.-Soz.-Päd. (FH), Psychotherapeut,
Supervisor

Psychotherapie
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Tinnitus

Tinnitus

Unter „Tinnitus“ (lateinisch „tinnire“ = klingeln) versteht man jede Art von Ohr- und Kopfgeräuschen, die auf keine äußere Schallquelle zurückzuführen sind. Die Nichtbetroffenen können kaum verstehen, wie die Ohrgeräusche wirken und welche Auswirkungen sie auf das Leben Betroffener haben können. Während er für einen Teil nur leicht beeinträchtigend wirkt, ist er für den anderen lebensbeeinträchtigend und mit großem psychischem Stress verbunden, der sich ständig aufs Neue aufbaut und bei etwa sechs bis acht Prozent der Betroffenen in einem negativen Kreislauf mündet. Manchmal ergeben sich schwerwiegende Auswirkungen auf das Berufs- und Privatleben sowie auf die Sozialbeziehungen.

 

Wie empfindet der Betroffene Tinnitus?

Der Betroffene hört entweder auf einem, auf beiden Ohren, oder auch im gesamten Kopfbereich (meist kontinuierlich, ohne jemals auszusetzen) Töne und Geräusche verschiedener Qualität (Brummen, Surren, Sausen, Zischen, Knarren, Scharren, Dröhnen, Pumpen, Klopfen, Rauschen, Zirpen, Zwitschern). Manchmal treten auch mehrere Geräusche und Töne auf ein- und demselben Ohr auf. Die Lautstärke wird von Mensch zu Mensch, zu verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlich empfunden: vom leisen, fast angenehmen Säuseln von Blättern bis zum Dröhnen von Düsenjets oder Pressluftbohrern. Vermutlich hängt die Empfindsamkeit auch von der jeweiligen psychischen Konstitution und der Fähigkeit, mit den Ohrgeräuschen umzugehen, ab.

 

Kompensierter oder komplexer Tinnitus

Anfänglich erleben viele ihren Tinnitus lauter und belastender, ja oftmals panikartig, als nach einer gewissen Zeit der Gewöhnung. Von der subjektiv empfundenen Lautstärke lässt sich aber nicht so ohne weiteres auf die wirkliche psychische Belastung schließen. Kommt der Betroffene mit der Geräuschbelastung trotzdem zurecht, spricht man von einem „kompensierten Tinnitus“. Viele Betroffene schaffen dies von selbst oder mit Hilfe anderer. Bleibt der Tinnitus nicht erträglich, so spricht man von einem „dekompensierten Tinnitus“ oder auch von einem „komplexen Tinnitus“, weil er in der Folge einen Komplex von fast unlösbar scheinenden Folgeerscheinungen nach sich zieht:

  • Schlafstörungen,
  • Auswirkungen auf das Berufsleben,
  • Lustlosigkeit, Depressionen und Lebensunlust sowie
  • Angstzustände und soziale Isolation.

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Sucht

Sucht

Als Sucht bezeichnet man eine krankhafte oder zwanghafte Abhängigkeit von Substanzen oder bestimmten Verhaltensweisen. Diese Abhängigkeit führt zu einem extremen Verlangen, bestimmte Substanzen ein- oder bestimmte Verhaltensweisen anzunehmen, um einen gewissen Grad an Befriedigung zu finden.

 

Stoffunabhängige Süchte

  • Arbeitssucht
  • Mediensucht
  • Spielsucht
  • Verhaltensstörungen (Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten)
  • Zwischenmenschliche Süchte

Stoffabhängige Süchte

  • Alkohol
  • Medikamente
  • Nikotin
  • Zucker
  • Illegale Substanzen („Drogen“)

Sucht verändert die Persönlichkeit

Oft stellt sich eine so genannte Toleranz schnell ein, was einen immer größeren Konsum, beziehungsweise ein immer häufiger auftretendes Verhalten zur Folge hat. Eine Sucht entwickelt sich über einen kurzen oder längeren Zeitraum, meist jedoch unbemerkt. Während zu Beginn noch ein Genuss zu verspüren war, wird es für Körper oder Psyche mit der Zeit immer schwieriger, ohne den entsprechenden Stoff zufrieden sein zu können.

Ähnlich ist es mit Verhaltensweisen, die plötzlich immer mehr in den Vordergrund treten. Anders gesagt kann man die Entstehung einer Sucht auch in verschiedene Phasen gliedern: Der Genuss führt zu einer Intensivierung, diese führt zur Gewohnheit, die Gewohnheit führt zu einem Missbrauch und im letzten Stadium kommt es zur Abhängigkeit, die von den Betroffenen meistens – bis auf wenige Ausnahmen – alleine nicht mehr bewältig werden kann.

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Sexuelle Funktionsstörung

Sexuelle Funktionsstörung

Da das Thema Sexualität sehr persönlich ist und das Gespräch mit einem gleichgeschlechtlichen Therapeuten einfacher ist, behandle ich nur Männer mit sexuellen Funktionsstörungen. Frauen sind meiner Ansicht nach bei Psychotherapeutinnen besser aufgehoben. Ich habe jedoch Erfahrungen in der Behandlung von Frauen mit sexuellen Problemen, wenn diese in Kombination mit anderen psychischen Störungen oder Partnerproblemen aufgetreten sind.

Von sexuellen Funktionsstörungen sprechen wir dann, wenn wir länger als sechs Monate nicht die gewünschte sexuelle Beziehung haben können, die wir uns wünschen und darunter leiden. Man unterscheidet zwischen sexuellen Funktionsstörungen, die rein körperlich verursacht sind, und solchen, die psychisch und körperlich bedingt sind.

Zu den psychisch und körperlich bedingten sexuellen Störungen zählt man beim Mann Mangel oder Verlust an sexuellem Verlangen, sexuelle Abneigung und mangelnde Befriedigung, Erektionsstörungen und vorzeitigen Samenerguss.

Das wichtigste Ziel in einer Psychotherapie ist zunächst die Behandlung der Angst vor dem Versagen. Je mehr Druck Männer sich im Vorfeld machen, je mehr sie befürchten, wieder zu versagen, umso wahrscheinlicher ist es, dass genau das eintritt. Außerdem lernen Betroffene, sich und ihr Selbstwertgefühl nicht über die Leistungsfähigkeit ihres Penis zu definieren. Das heißt, sie lernen ein Versagen nicht als Verlust ihrer Männlichkeit anzusehen und dass Sex nichts mit Leistung zu tun hat. Und schließlich können Männer lernen, dass ihr Penis nicht der einzige Lustspender ist. Um eine Frau zu befriedigen, genügen Zärtlichkeit, Hände und Mund.

Sexuelle Probleme sind in vielen Fällen Kopfprobleme! „Des Mannes bestes Stück“ reagiert sehr sensibel auf psychische Belastungen und Stress.

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Schlafstörungen

Schlafstörungen

Die meisten Schlafstörungen sind in gewisser Weise „normal“, können jeden betreffen und verschwinden von selber wieder. Es gibt jedoch Formen von Schlafstörungen, die einer genaueren Abklärung bedürfen. Man hat bisher etwa 100 Arten von Schlafstörungen unterschieden und teilt sie je nach Ursache und Entstehung in organische und die nicht-organische Schlafstörungen ein. Bevor Sie etwas gegen die Schlafstörungen unternehmen, ist es wichtig, diese von einem Arzt genau abklären zu lassen. Ihr Arzt kann Sie auch beraten, ob Untersuchungen in einem Schlaflabor notwendig sind.

Ein- und Durchschlafstörungen bzw. Früherwachen sind häufige Symptome im Rahmen einer Depression, Anpassungsstörung, Burnout, Angst, Schmerzstörungen und oder anderer psychischer Störungen. Sie können auch isoliert auftreten und führen nicht selten zu großem Leidensdruck bei den Betroffenen. Viele fühlen sich tagsüber wie „gerädert“ und entwickeln gleichzeitig eine Anspannung und Angst vor den Nächten, in denen sie stundenlang wach liegen und oft von grübelnden Gedanken gequält werden. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, aus dem man sich meist selber nicht mehr befreien kann.

Körperliche Ursachen sind sehr selten, müssen jedoch, bevor man mit Selbsthilfe oder einer psychotherapeutischen Behandlung beginnt, ausgeschlossen werden. Der Einsatz von Schlafmitteln ist oft problematisch, da eine Rückkehr zum natürlichen Schlaf verhindert wird und die Gefahr der Abhängigkeit besteht. Sie können jedoch – begleitet von einer psychotherapeutischen Behandlung – einen negativen Kreislauf aus durchwachten Nächten, Angst vor dem Schlafengehen und Schlafstörung aufgrund einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung durchbrechen. Auch Alkohol wird als „Einschlafhilfe“ benützt. Nicht selten entwickelt man, eventuell in Kombination mit Medikamenten, eine Alkohol- oder Medikamentensucht. Wenn Sie von Ihrem Arzt Medikamente verschrieben bekommen, ist es ratsam, dass Sie sich von Ihm über die Möglichkeit einer zusätzlichen psychotherapeutischen Behandlung beraten lassen, um nicht den ersten Schritt in eine Medikamentenabhängigkeit zu gehen.

Die nicht-organischen Schlafstörungen, die sogenannten psychogenen Schlafstörungen, haben meist Stress und ungelöste Probleme, aber auch einen verschoben Tag-Nach-Rhythmus, beispielsweise wegen Schichtarbeit oder Reisen mit Zeitzonenwechsel als Ursachen. Sie können mit einer Kombination aus schlaffördernden Selbsthilfemaßnahmen, einem Entspannungsverfahren wie der Progressiven Muskelentspannung oder dem Autogenen Training, Bewegung und einer gezielten Bearbeitung von auslösenden Stressfaktoren gelindert oder ganz beseitigt werden.

Umweltbelastungen durch Licht und Lärm oder durch schlechte Wohnverhältnisse können ebenfalls eine Rolle spielen. Häufig können auch längerdauernde, nicht gelöste Partnerkonflikte oder Streit vom vorhergehenden Tag zu Schlafstörungen führen, weil das Bett der Ort ist, wo man sich wieder begegnet und die Nähe des Partners als störend erlebt wird.

 

Lese-Tipp: Blog-Beitrag „Schlafratgeber

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Psychose

Psychose

Psychose ist eine Bezeichnung für schwere psychische Erkrankungen, die mit Realitätsverlust, Trugwahrnehmungen, Wahnvorstellungen, Bewusstseinsstörungen sowie Störungen im Denken und Fühlen verbunden sind. Die Wahrscheinlichkeit eines Menschen, im Laufe des Lebens an einer schizophrenen Psychose zu erkranken, liegt bei etwa einem Prozent.

Die Ursache der Erkrankung liegt an Anfälligkeit (Verletzlichkeit oder Vulnerabilität), die durch genetische und entwicklungsbedingte Faktoren beeinflusst wird. Dies kann bei Belastungen oder Stress zur Erkrankung oder Wiedererkrankung führen.

Sowohl in der akuten Erkrankungsphase als auch in der so genannten postpsychotischen Depression kann es zu Krisen mit Selbstmordgedanken kommen. Diese Krisen zu erkennen und mit dem Betroffenen durchzustehen, ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

 

Behandlung

Da die Krankheit mehrere Ursachen hat, wende ich einen mehrdimensionalen Therapieansatz an. Dieser Ansatz berücksichtigt, dass die Erkrankung sowohl biologische, psychische als auch soziale Faktoren hat. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Kombination psychopharmakologischer, psycho- und sozialtherapeutischer Maßnahmen, die von mehreren Fachpersonen durchgeführt wird. Psychotherapie unterstützt die Betroffenen bei der Verarbeitung des in der Akutphase Erlebten und vermittelt Bewältigungsmöglichkeiten. Es geht darum, dass die Betroffenen ein Verständnis für ihre Erkrankung bekommen, die Selbstverantwortung stärken, gesunde Anteile fördern und die Fähigkeit zur Selbsthilfe verbessern. Psychotherapie soll dazu beitragen, dass das Wiedererkrankungsrisiko sinkt beziehungsweise Wiedererkrankungen weniger gravierend ablaufen und sich letztlich die durch die Erkrankung geminderte Lebensqualität wieder verbessert.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Psychotherapie bei schizophrenen Erkrankungen ist das Frühsymptommanagement. Ich beschäftige mich auch mit Möglichkeiten zur Selbstkontrolle im Umgang mit produktiven Symptomen (zum Beispiel Wahn oder Halluzinationen), die gelegentlich auch außerhalb einer akuten Phase auftreten können.

 

Selbsthilfegruppe

Im Rahmen meiner Tätigkeit im Landeskrankenhaus Rankweil habe ich eine Frau kennen gelernt, die schon mehrere Psychosen erlebt hat und auch schon mit Psychotherapie behandelt worden war. Als ich ihr vorschlug, nach der Entlassung wieder mit Psychotherapie zu beginnen, um einem möglichen Rückfall vorzubeugen, hat sie das abgelehnt. Ich erlebte sie als sehr kompetent im Umgang mit ihrer Krankheit, wollte sie jedoch nicht ganz ohne Betreuung gehen lassen. Ich brachte sie mit einem anderen ehemaligen Patienten von mir in Kontakt. Mit diesem Gespräche wurde ein fruchtbarer Austausch eingeleitet, der schließlich zur Gründung der Selbsthilfegruppe für Psychiatrie erfahrene mündete, aus dem später der Trialog und der Verein „Omnibus – Interessenvertretung für Psychiatrieerfahrener“ hervorging

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